Ziele und Maßnahmen

Die Stauferstädte, Göppingen und Schwäbisch Gmünd, haben, gemeinsam mit weiteren sechs Partnern und dem Städtebau Institut der Universität Stuttgart, das Projekt „EMiS – Elektromobilität im Stauferland – integriert in Stadtentwicklung und Klimaschutz“ initiiert. Das Ziel des Projekts ist es, den Beitrag der Elektromobilität zu den Stadtentwicklungs- und Klimaschutzziele zu evaluieren und in diese zu integrieren. Als Ergebnis wird eine Toolbox für Kommunen entwickelt, die aufzeigen wird, wie und unter welchen Bedingungen sich eine Kommune zur „elektromobilen Stadt“ entwickeln kann. Gestartet hat das Projekt am 1. September 2012 und endet am 31. August 2014.

Bisher fanden Modellprojekte für Elektromobilität ausschließlich in Großstädten statt. Das soll sich mit dem EMiS Projekt jetzt ändern. Statt Großstädte wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt oder Stuttgart sind diesmal Städte mittlerer Größe, sogenannte "Mittelzentren" dran (zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern). Wir wollen zeigen, dass Elektromobilität auch in Städten dieser Größe eine wichtige Zukunftstechnologie darstellt und dass Kommunen, die sich bereits heute mit dieser Technologie auseinandersetzen, einen Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger schaffen können. Hierbei ist es wichtig, sämtliche Verkehrstypen zu berücksichtigen: Privatverkehr, Berufsverkehr und Wirtschaftsverkehr. Denkbare nachhaltige Mobilitätskonzepte beinhalten beispielsweise den Aufbau von Carsharing-Angeboten  und die Bereitstellung öffentlicher Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. Unterstützt wird das Projekt durch das Städtebau-Institut der Universität Stuttgart, das für die wissenschaftliche Begleitforschung verantwortlich ist. Am Ende des Prozesses wird eine Toolbox für Kommunen zusammengestellt werden, so dass andere Städte von den Erfahrungen der Städte Göppingen und Schwäbisch Gmünd profitieren können.

Das EMiS Paket selbst ist in sechs Arbeitspakete (AP) unterteilt:

AP 1: Aufbau des Fahrzeugpools
Im Projekt sind einschließlich externer Partner insgesamt 60 E-Fahrzeuge beteiligt. Das beinhaltet sowohl Bestandsfahrzeuge als auch die Neuanschaffung von E-Fahrzeugen bei diversen Projektpartnern.

AP2: Betrieb und Betreibermodelle
Für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in verschiedenen Anwendungsgebieten bedar es neuer Betriebskonzepte und Betreibermodelle. So wird beispielsweise bei den Entsorgungsbetrieben in beiden Städten ein Hybrid-Abfallsammler zum Einsatz kommen. Ziel ist es sowohl eine Kraftstoffersparnis trotz topographisch anspruchsvollem Einsatzgebiet zu erreichen als auch durch niedrigere Fahrzeuggeräusche eine Nachtlehrung zu ermöglichen.

AP3: Energie- und Stromversorgung
Einer der zentralen Bestandteile des Projekts ist der Aufbau öffentlicher Ladeinfrastruktur. Die Projektpartner ermitteln gemeinsam Standorte für Ladesäulen vor Ort. Die Energieversorgung Filstal GmbH und die Stadtwerke Schwäbisch Gmünd GmbH sorgen nicht nur für einen klimaschonenden Einsatz von Elektrofahrzeugen über die Versorgung mit regenerativen Energien (Wind, Wasser, Solar etc.). Darüber hinaus arbeiten beide beteiligten Energieversorger an der Entwicklung tragfähiger Abrechnungsmodelle für Nutzer von öffentlicher Ladeinfrastruktur. Die Ladesäulen im Projekt liefert die Salacher Firma Heldele GmbH. Weitere Infos hierzu unter www.die-stromtankstelle.de.

AP4: Bürger- und Firmenangebote
Um den nachhaltigen Erfolg des Projekts zu gewährleisten bedarf es einer frühzeitigen Integration der heutigen Nutzer von Elektrofahrzeuge (die sogenannten "early adopters"). Darüber hinaus gilt es wohnortnahe Carsharing-Angebote aufzubauen bei denen auch frühzeitig interessierte Unternehmen mit eingebunden werden.

AP5: Begleitforschung und Evaluierung
Das Städtebau-Institut der Universität Stuttgart übernimmt die Begleitforschung zu dem Projekt und sorgt durch eine umfangreiche Datensammlung und Evaluierung dafür, dass die Ergebnisse auch auf andere Kommunen übertragbar sind und dass ein wissenschaftlicher Mehrwert des Projekts gewährleistet ist.

AP6: Öffentlichkeitsarbeit
Die Stadtverwaltungen Göppingen und Schwäbisch Gmünd übernehmen die Öffentlichkeitsarbeit des Projekts. Dazu gehören neben regelmäßigen Pressemitteilungen über das Erreichen von Zwischenerfolgen auch die Durchführung von Elektromobilitätstagen in 2013 und 2014, die Pflege der Website und Informationspakete für Bürgerinnen und Bürger.